Reisethrombose

Wer mit Bus, Bahn, Auto oder Flugzeug unterwegs ist, kennt das Gefühl müder Beine. Mehrstündiges, eingeengtes Sitzen kann den Blutfluss in den Venen verlangsamen – und das Thromboserisiko erhöhen. Warum ist das so und was können Sie tun?

Was ist eine Reisethrombose?

Die Reisethrombose – meist mit langen Flugreisen assoziiert – wird auch „Flugthrombose“, „Economy-Class-Syndrom“ und „Touristenklassen-Syndrom“ genannt. Doch das Thromboserisiko ist nicht nur beim Fliegen erhöht. Eine Reisethrombose ist korrekt ausgedrückt eine „Sitzthrombose“: Es ist das lange Sitzen, das Thrombosen begünstigen kann, beispielsweise auf Reisen mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto, aber auch im Beruf bei Menschen, die vorwiegend im Sitzen arbeiten.

Ursachen: Wie kommt es zu einer Reisethrombose?

Besonders bei einem Langstreckenflug kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Thrombosegefahr erhöhen:

  • Reisende sitzen stundenlang und fast bewegungslos auf beengtem Platz.
  • Die Wadenmuskelpumpe ist quasi inaktiv.
  • Dazu kommt die gebeugte Sitzhaltung in der Leiste sowie das Anwinkeln oder Überschlagen der Beine – dabei können Venen in der Kniekehle abgedrückt werden.
  • Der Blutkreislauf verlangsamt sich, unter anderem, weil die Luft im Flugzeug trocken und der Luftdruck niedrig ist.

Das Blut kann sich in den Beinvenen stauen. Gelangen die wässrigen Bestandteile durch die Gefäßwand ins Gewebe, schwellen Füße und Beine an. Das Blut kann sich verdicken. Verstopft eine Vene, besteht die Gefahr einer Beinvenenthrombose.

Anzeichen und Symptome für ein erhöhtes Thromboserisiko auf Reisen

Kribbeln, Ziehen, schwere und geschwollene Füße oder Beine – wer kennt nicht dieses Gefühl nach einer langen Fahrt mit Bahn, Bus oder Auto? Besonders nach einem Langstreckenflug erreichen Urlauber und Geschäftsreisende ihr Ziel oft mit müden Beinen. Dies weist bereits auf die Thrombosegefahr hin.

Mögliche Anzeichen für eine Thrombose finden Sie auf einen Blick in unserer Infografik.

Risiko: Fliegen nach überstandener Thrombose

Auf langen Flugreisen ist die Thrombosegefahr generell erhöht – nicht nur für Venenpatienten und Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten. Auch Venengesunde sollten deshalb darauf achten, ihr Thromboserisiko so gering wie möglich zu halten: Löst sich ein Thrombus von der Gefäßwand, kann er bis in die Lunge gelangen, dort wichtige Arterien der Lunge verstopfen – und eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen.

    Zur Risikogruppe gehören
    • Reisende, die älter als 60 Jahre sind 
    • Übergewichtige  
    • Patienten, die kürzlich operiert wurden 
    • Menschen mit familiärer Thromboseneigung  
    • Personen, die bereits eine Thrombose hatten

    Einer Reisethrombose aktiv vorbeugen: Das können Sie selbst tun

    Wenn Sie vor Antritt der Reise einige einfache Regeln beachten, können Sie das Risiko einer Reisethrombose reduzieren.

    Vor der Reise
    • Vermeiden Sie am Tag vor der Reise Alkohol (er entzieht dem Körper Wasser).
    • Achten Sie auf einen ausreichenden Flüssigkeitsgehalt im Körper, indem Sie ausreichend trinken, am besten Wasser.
    Während der Reise
    • Wählen Sie lockere, bequeme Kleidung, um Abschnürungen beim Sitzen zu vermeiden.
    • Schlagen Sie beim Sitzen die Beine nicht übereinander, um den Blutfluss nicht zu behindern.
    • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, am besten Wasser.
    • Verzichten Sie während der Reise auf Alkohol.
    • Planen Sie bei längeren Reisen Bewegungspausen ein.
    • Machen Sie Venengymnastik zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe durch Auf- und Abbewegungen der Füße im Sitzen.
    • Legen Sie nach Möglichkeit die Beine hoch.
    • Tragen Sie Reisestrümpfe beziehungsweise Ihre medizinischen Kompressionsstrümpfe.

    Anti-Thrombose-Übungen für das Flugzeug: So entlasten Sie Ihre Beine

    Tipp: Bewegen Sie Ihre Beine auf langen Reisen, denn: Jede Muskelanspannung unterstützt das Blut auf seinem Weg zurück zum Herzen. Durch einfache, gezielte Übungen gegen Thrombose fließt das Blut besser. Sie können die Übungen im Sitzen durchführen. Stehen Sie trotzdem öfters auf und gehen Sie ein paar Schritte.

    Erfahren Sie in unserem Video, wie Sie mit leichten Beinen ans Ziel kommen:

    Kompressionsstrümpfe für die Reise: Mit entspannten Beinen ankommen

    Studien zeigen: Mit Reisestrümpfen (zum Beispiel medi travel) können Venengesunde das Risiko einer Reisethrombose und geschwollener Beine minimieren.1 Der mechanische Druck des Kompressionsstrumpfes von außen unterstützt die Funktion der Muskelpumpe und fördert so den venösen Blutfluss in den Beinen zurück zum Herzen. Der medi travel unterscheidet sich von Stützstrümpfen durch seinen kontrolliert nach oben abnehmenden Druckverlauf. Er hat dieselbe Funktionsweise wie medizinische Kompressionsstrümpfe, nur mit geringerer Kompression.

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    Reisen nach einer überstandenen Thrombose

    Für Menschen, die schon einmal eine Thrombose hatten und alle, die zur Risikogruppe zählen, sind medizinische Kompressionsstrümpfe ein wichtiger Reisebegleiter. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er kann die Strümpfe bei Notwendigkeit verschreiben und Sie gegebenenfalls auch über medikamentöse Prophylaxe-Maßnahmen (beispielsweise Spritzen oder Tabletten) aufklären.

    Medizinische Kompression – wirksam und individuell

    Kompressionsstrümpfe fördern die Durchblutung und lindern Beschwerden bei Venen- oder Lympherkrankungen. Ihr Fachhandel berät Sie zur optimalen Versorgung vor Ort.

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    Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er medizinische Hilfsmittel (z. B. von medi) verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal beraten und erhält sein medizinisches Hilfsmittel für seine individuellen Bedürfnisse.

    Quellen

    1 Rabe E. et al. (2018). Leitlinie: Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf (MKS), Phlebologischem Kompressionsverband (PKV) und Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK). AWMF Online (AWMF-Registernummer: 037/005).

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