Patellaspitzensyndrom

Sie sind Sportler und haben Schmerzen am unteren Bereich der Kniescheibe? Dann könnte es sich um das Patellaspitzensyndrom handeln. Das sogenannte Läuferknie ist eine Reizung des Patellarsehnen-Ansatzes und tritt bei chronischer Überbelastung auf. Häufig trifft es Menschen, die regelmäßig sprungintensive Sportarten ausüben. Erfahren Sie, was Sie selbst zur schnellen Besserung beitragen können, sobald der Arzt die Diagnose gestellt hat.

Was ist das Patellaspitzensyndrom und wie entsteht es?

Das Patellaspitzensyndrom (Jumper‘s Knee) entsteht, wenn die Kniescheibensehne (Patellasehne) durch ungewohnte oder heftige Zugbeanspruchungen gereizt wird. Oft sind männliche Sportler zwischen 20 und 40 Jahren betroffen, die mehrmals in der Woche eine sprungintensive Sportart (zum Beispiel Basketball, Volleyball) trainieren. Aktivitäten mit vielen Stop-and-Go-Bewegungen (zum Beispiel Tennis) und schnellen Richtungswechseln (zum Beispiel Fußball) können ebenfalls zum Patellaspitzensyndrom führen.

Auch bei Läufern ist es weit verbreitet und wird deshalb auch Springerknie (Jumper‘s Knee) oder Läuferknie (Runner‘s Knee)1 genannt.

Die Schmerzen machen sich im Bereich der Kniescheibenspitze bemerkbar.   

Folgende Synonyme werden für das Patellaspitzensyndrom (PSS) verwendet:
  • Patellartendinopathie
  • Runner‘s Knee
  • Läuferknie
  • Jumper‘s Knee 
  • Springerknie

Risikofaktoren und Ursachen für das Läuferknie<sup>1</sup>

  • sprungintensive Sportarten – Volleyball, Basketball, leichtathletische Disziplinen wie Weitsprung oder Hochsprung
  • Joggen und Marathon laufen
  • Sportarten mit schnellen Richtungswechseln – Fußball, Handball
  • Sportarten mit ruckartigen Stop-and-Go-Bewegungen – Tennis, Squash, Badminton
  • unpassendes Schuhwerk
  • falsche Technik beim Sport
  • zu harter Untergrund, zum Beispiel Asphalt oder Turnhallenboden
  • zu intensive Trainingseinheiten
  • ungewohnte Belastung, zum Beispiel bei einer neuen Sportart oder wenn das Training zu übermütig gestartet und das Knie extrem belastet wird
  • mit zunehmendem Alter sinkt die Elastizität der Sehnen
  • Knie- und Fußfehlstellungen
  • verkürzte Sehnen oder Muskeln
  • angeborene Bandschwäche (Bandlaxität)

Die verschiedenen Schweregrade des Patellaspitzensyndroms

Ärzte unterteilen das Patellaspitzensyndrom gewöhnlich nicht in verschiedene Stadien:

  • Anfänglich verspürt man den Schmerz meist nur nach der Belastung.
  • Im weiteren Verlauf kommt es zu Anlaufschmerzen und zu Schmerzen während des Sports oder auch bei Alltagsbelastungen, wie beim Treppensteigen oder nach langem Sitzen.

Typisch ist der hartnäckige Charakter der Beschwerden. Oft handelt es sich um ein chronisches, über viele Monate bis Jahre anhaltendes Krankheitsbild. Auf beschwerdearme Zeiten folgen immer wieder Phasen, in denen es nach Belastungen zu Schmerzen kommt. Das Patellaspitzensyndrom kann beide Knie betreffen, dies geschieht bei 20 bis 30 Prozent der Patienten.

Behandlung bei Läuferknie: Was hilft bei Patellaspitzensyndrom?

Spezielle Übungen stärken die Muskulatur und Beweglichkeit. Regelmäßig durchgeführt, können sie auch den Heilungsprozess unterstützen. Eine physiotherapeutische Behandlung kann vom Arzt verordnet werden. Je nach Befund sind Ultraschallbehandlungen, eine Elektrotherapie (TENS), Querfriktionen (eine spezielle Massage der betroffenen Muskel- oder Sehnenfasern), eine Stoßwellentherapie oder die manuelle Therapie als ergänzende Maßnahmen ratsam.

Das regelmäßige Dehnen der Oberschenkelmuskulatur reduziert die Spannung, die auf die Kniescheibe wirkt.

Spezielle medizinische Bandagen oder Orthesen stabilisieren das Kniegelenk. Zur gezielten Entlastung der Druck- und Zugspitzen auf die Patellasehne eignen sich besonders Knieorthesen mit einem Gurtsystem, beispielsweise die Genumedi PSS von medi.

Milde Kältebehandlungen mit Kühlkompressen lindern Schmerzen (Kühlschranktemperaturen von etwa 7 Grad).

Ein Heizkissen, eine Wärmflasche oder die Massage mit einer heißen Rolle (in warmes Wasser getauchtes Frotteetuch) fördern die Durchblutung des Sehnenansatzes.

Je nach Bedarf kann für ein bis zwei Wochen auch auf entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac zurückgegriffen werden. Vorab ist in jedem Fall der behandelnde Arzt zu befragen.

Die betroffene Stelle kann mehrmals täglich mit entzündungshemmenden Cremes oder Salben massiert werden. Dies unterstützt die Genesung.

Orthopädische Einlagen (beispielsweise die igli Allround und igli Allround Light C+) verteilen den Druck bei jedem Schritt über die gesamte Auftrittsfläche. Sie unterstützen das Fußgewölbe und korrigieren die individuelle Fußstellung.

Massagen lösen Verspannungen und lindern Schmerzen. Erfahrene Physiotherapeuten lockern mit wenigen Handgriffen die Muskulatur und steigern die Durchblutung.

 

Schneller wieder fit mit speziellen Übungen bei Patellaspitzensyndrom

Bestimmte Übungen können dazu beitragen, Ihre Beschwerden zu lindern. Die Gymnastik zielt darauf ab, die muskuläre Knie-Stabilität zu verbessern, die Patellasehne zu entlasten und die Beweglichkeit des Knies zu fördern. 

Infomaterial zum Download: Ratgeber Patellaspitzensyndrom Übungsposter

Die Orthese von medi bei Patellaspitzensyndrom

Zur konservativen Therapie eines Patellaspitzensyndroms hat medi die Genumedi PSS Knieorthese entwickelt. Sie kombiniert die bewährten Eigenschaften einer Bandage mit dem Zusatznutzen eines Patellasehnenbandes: Die Knieorthese führt und stabilisiert das Kniegelenk sicher und entlastet die Patellasehnenansätze.

A: Sichere Führung der Kniescheibe mithilfe einer Patellapelotte

B: Stimulation der Kniescheibensehne durch eine spezielle Sehnenpelotte
Mithilfe eines Gurtbands können Sie den Druck auf die Sehne individuell einstellen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Genumedi PSS Knieorthese von medi.

Finden Sie einen geeigneten Arzt in Ihrer Nähe  

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er medizinische Hilfsmittel (z. B. von medi) verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal beraten und erhält sein medizinisches Hilfsmittel für seine individuellen Bedürfnisse.

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Quellen & Hinweise:

1 Der Begriff „Läuferknie (Runner’s Knee)“ wird oftmals auch als Synonym für das ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS) oder Tractussyndrom verwendet. Das ITBS gilt als die häufigste Ursache von Schmerzen an der Außenseite des Knies. Es tritt vor allem bei Langstreckenläufern auf. Der Tractus iliotibialis ist ein Faserzug. Er zieht von der vorderen Darmbeinspitze über das Hüftgelenk und das Kniegelenk zum äußeren Rand des Schienbeins (Tibia). Durch das ständige Beugen und Strecken des Kniegelenkes beim Laufen reibt der Tractus an der Gelenksvorwölbung (= Epikondylus) des Oberschenkels – wie ein Seil an einer Felsenkante – und es kommt zu Reizzuständen an dem Faserzug und damit zum ITBS.

2 Roels et al., 1978

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