Patellofemorales Schmerzsyndrom

Schmerzen im vorderen Teil des Knies bzw. der Kniescheibe

Patellofemorales Schmerzsyndrom

Definition des patellofemoralen Schmerzsyndroms (PFSS)

Das patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS) äußert sich durch Schmerzen im Gleitweg der Patella zwischen Kniescheibe und Oberschenkel. Betroffene klagen über Schmerzgefühle unter, hinter oder neben der Kniescheibe, weshalb oft vom „vorderen Knieschmerz“ gesprochen wird. Schmerzen bereit vor allem das Stiegensteigen, längeres Sitzen oder der Sport. Überdurchschnittlich oft leiden sportliche junge Frauen an diesem Syndrom.

Die wichtigsten Ursachen sind schwache oder verkürzte Oberschenkelmuskeln, eine nicht vollständig ausgebildete Kniescheiben-Gleitrinne, eine Beinachsenabweichung (wie O- oder X-Beine) oder auch eine gekippte Stellung der Kniescheibe.

Das patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS) ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt:

  • Femoropatellares Schmerzsyndrom (FPS)
  • Retropatellaschmerz
  • Chondropathia patellae
  • Chondromalazia patellae
  • Vorderer Knieschmerz

Ursachen

Im Normalzustand befindet sich die Kniescheibe im Gleitlager des Oberschenkelknochens, das wie eine Führungsrinne fungiert. Eine ergänzende Stütze bieten die seitlichen Bänder. Die Gleitbewegung wird von den Muskeln aktiv gefördert. Ist die Kniescheibe instabil, ist sie nicht mehr präzise im Gleitlager positioniert. Im Extremfall kann sie sogar aus der Führungsrinne „springen“, was große Schmerzen nach sich zieht.

Es gibt drei Abstufungen der Instabilität:

  1. Lateralisation der Kniescheibe (die Gleitung der Kniescheibe erfolgt seitlich von der Führungsrinne)
  2. Subluxation der Kniescheibe (annähernde Ausrenkung der Kniescheibe)
  3. Luxation der Kniescheibe (vollständige Ausrenkung der Kniescheibe)

Die Schmerzen sind häufig auf mehrere gleichzeitig auftretende Luxationsursachen zurückzuführen. Dazu gehören Abweichungen von der normalen Kniescheiben- oder Gleitrinnenform. Weitere Risikofaktoren sind gelockerte Bänder (Hypermobilität der Kniescheibe), eine zu hoch positionierte Kniescheibe oder eine gestörtes Gleichgewicht der vorderen, inneren und äußeren Oberschenkelmuskeln. In letzterem Fall kommt es vor, dass die Kniescheibe durch die Muskulatur über die Sehnen seitlich verzogen wird, wodurch die Stabilität der Kniescheibe beeinträchtigt wird.

Triggerpunkte

Oberschenkel Anatomie

Ein gesunder Muskel wechselt zwischen Spannung und Entspannung. Bei überlasteter Muskulatur kommt es zu dauerhaften Verspannungen des äußeren Oberschenkelmuskels und in der Folge zu Verkürzungen. Es können regelrechte „Triggerpunkte“ entstehen, über die Schmerzen ausgelöst werden und ausstrahlen können. Solche Triggerpunkte in den vorderen, äußeren Oberschenkelmuskeln können ebenfalls schmerzende Knie zur Folge haben.

Symptome

Die Patienten spüren die Schmerzen unter, neben oder hinter der Kniescheibe. Sie sind besonders nach längerem Sitzen bzw. Ruhephasen zu spüren (Anlaufschmerzen) oder nach dem Sport oder Stiegensteigen. Überdurchschnittlich oft leiden sportliche junge Frauen an diesem Syndrom.

Risikofaktoren

Das patellofemorale Schmerzsyndrom wird von den nachstehenden Risiken begünstigt:

  • Abweichungen von der normalen Form der Kniescheibe oder Gleitrinne – behindert die zentrierte Gleitbewegung der Kniescheibe im Gleitlager.
  • Lockere Bänder (Hypermobilität der Kniescheibe)
  • Hoch positionierte Kniescheibe
  • Unausgeglichenheit bei den vorderen, inneren und äußeren Muskeln des Oberschenkels – die Kniescheibe wird durch die Muskulatur über die Sehnen seitlich verzogen, wodurch sie instabil wird. 

Behandlung

Bei Lateralisationen oder Subluxationen der Kniescheibe ist üblicherweise eine konservative Therapie ausreichend. Es ist also kein operativer Eingriff nötig. Zur Stabilisierung des Kniegelenks und der Kniescheibe wird eine Kniebandage (bei Lateralisation) oder eine Knieorthese (bei Luxation) verwendet. Bei der Ausrenkung der Kniescheibe (erstmals oder wiederholt) ist zu überlegen, ob eine Operation Abhilfe schaffen kann. Es ist entscheidend, dass die Zugrichtung auf die Kniescheibe korrigiert wird. Das wird durch physiotherapeutische Übungen und konsequentes selbstständiges Training erreicht, wodurch die Oberschenkelmuskeln gekräftigt werden.

Physiotherapeutische Übungen

Das passende Training hilft Ihnen dabei fit, mobil und schmerzfrei zu bleiben. Es ist besonders wichtig, die Muskeln der Oberschenkel zu kräftigen, indem Sie konsequent und auf eigene Faust trainieren. Dadurch kann die Zugrichtung auf die Kniescheibe korrigiert werden.

Das Training stärkt die Oberschenkelmuskeln, stabilisiert die Hüfte, dehnt die Muskeln und verbessert die Bewegungsabläufe und das Koordinationsvermögen. Im Idealfall absolvieren Sie das Programm drei- bis viermal in der Woche. Vor Trainingsbeginn konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.

Kräftigung

Dehnung

 

Dehnung

Stabilisation

Koordination

Kräftigung

Kniebeugen mit Ball

 

Ausrüstung:

  • Gymnastikball (Alternative: zusammengerolltes Handtuch) 

Ausgangsposition:

  • Stellen Sie sich aufrecht hin
  • Klemmen Sie einen Gymnastikball (oder eine Alternative) zwischen Ihre Knie (Abb. 1) (Abb. 1)

Übung:

  • Beugen Sie Knie und Hüfte (Abb. 2) (Abb. 2)
  • Achten Sie auf einen geraden Rücken
  • Die Fersen werden nicht angehoben

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Kniestrecken

 

Ausrüstung:

  • Trainingsband (wird bei der Kniebandage Genumedi PT von medi mitgeliefert)   

Ausgangsposition:

  • Binden Sie das Trainingsband an einem Tisch fest (ca. 30 cm lange Schlaufe)
  • Auf dem Tisch sitzend geben Sie Ihr Sprunggelenk in die Schlaufe
  • Die Beine sind um 90° angewinkelt und vom Boden weggehoben
  • Die Fußspitzen schauen zur Zimmerdecke (Abb. 1)

Übung:

  • Heben Sie das Bein etwas an (etwa eine Fußlänge) und entspannen Sie es danach wieder (Abb. 2)

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Einbein-Kniebeugen

 

Ausgangsposition:

  • Stehen Sie neben einem Sessel zum Festhalten
  • Das schmerzende Bein ist das Standbein (Abb. 1)

Übung:

  • Heben Sie nun das andere Bein an
  • Beugen Sie das schmerzende Bein leicht (Abb. 2)
  • Achten Sie auf einen geraden Rücken
  • Beugen Sie das Becken ebenfalls etwas

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Dehnung

Quadrizeps (im Stehen)

 

Ausgangsposition:

  • Stellen Sie sich neben einen Tisch oder Sessel zum Festhalten
  • Halten Sie den Rücken gerade und gehen Sie nicht ins Hohlkreuz (Abb. 1)

Übung:

  • Heben Sie die Ferse des schmerzenden Beines in Richtung Gesäß und halten Sie das Sprunggelenk fest
  • Ziehen Sie das Bein nun weiter nach oben, bis der Muskel gedehnt wird (Abb. 2)

Intensität:

  • 3 Durchgänge, Dehnung 30–45 Sekunden halten
  • Beine zwischen den Durchgängen lockern

Quadrizeps (im Liegen)

 

Ausgangsposition:

  • Legen Sie sich seitlich auf den Boden mit dem schmerzenden Bein nach oben
  • Schieben Sie das unten liegende Bein nach vor, bis es um 90° abgewinkelt ist (Abb. 1)

Übung:

  • Beugen Sie beim oben liegenden Bein das Knie
  • Bewegen Sie die Ferse zum Gesäß, bis der Muskel gedehnt wird (Abb. 2)

Intensität:

  • 3 Durchgänge, Dehnung 30–45 Sekunden halten
  • Beine zwischen den Durchgängen lockern

Tractus

 

Ausgangsposition:

  • Stellen Sie sich mit einem Abstand von etwa 20 cm vor einen Tisch (Abb. 1)

Übung:

  • Winkeln Sie das schmerzende Bein um etwa 90° ab und legen Sie es auf den Tisch
  • Bewegen Sie nun den Oberkörper vor, bis der Muskel gedehnt wird (Abb. 2)

Intensität:

  • 3 Durchgänge, Dehnung 30–45 Sekunden halten
  • Beine zwischen den Durchgängen lockern

Stabilisation

Beinabspreizen

 

Ausrüstung:

  • Trainingsband (wird bei der Kniebandage Genumedi PT von medi mitgeliefert)

Ausgangsposition:

  • Binden Sie das Trainingsband zu einer Schlaufe mit etwa 30 cm Durchmesser
  • Legen Sie sich seitlich auf den Boden mit dem schmerzenden Bein nach oben
  • Geben Sie das Trainingsband um beide Sprunggelenke (Abb. 1)

Übung:

  • Heben Sie das oben liegende Bein nun kontrolliert an und dehnen Sie das Trainingsband
  • Führen sie das Bein wieder nach unten, während das Band weiterhin gespannt bleibt (Abb. 2)

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Hindernis-Parcours

 

Ausrüstung:

  • Bücher (Alternative: andere etwa 20 cm hohe Hindernisse)

Ausgangsposition:

  • Platzieren Sie die 20 cm hohen Hindernisse abwechselnd vor ihre beiden Beine
  • Stellen Sie sich aufrecht vor die Hindernisse

Übung:

  • Heben Sie ein Bein an und steigen Sie über das erste Hindernis (Abb. 1) (Abb. 1)
  • Danach folgte das andere Bein (Abb. 2)
  • Achten Sie auf einen geraden Rücken
  • Beim Gehen soll die Hüfte nicht seitlich gebeugt werden

Intensität:

  • 3 Durchgänge, Dehnung 30–45 Sekunden halten
  • Beine zwischen den Durchgängen lockern

Koordination

Step-Up

 

Ausrüstung:

  • Stepper (Alternative: Kiste, erste Stufe einer Stiege)

Ausgangsposition:

  • Stehen Sie in aufrechter Position vor dem Stepper (oder einer anderen Erhöhung)
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Beine schulterbreit geöffnet sind (Abb. 1)

Übung:

  • Heben Sie eine Beckenseite des Schwungbeins an, wobei das Standbein gerade bleibt (Abb. 2)
  • Steigen Sie zuerst mit angewinkeltem, leicht gebeugtem Bein auf den Stepper und ziehen Sie dann das andere Bein nach (Abb. 3)
  • Achten Sie auf einen geraden Rücken

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Step-Down

 

Ausrüstung:

  • Stepper (Alternative: Kiste, erste Stufe einer Stiege)

Ausgangsposition:

  • Stehen Sie in mit beiden Beinen auf dem Stepper (oder einer anderen Erhöhung)
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Beine schulterbreit geöffnet sind (Abb. 1)

Übung:

  • Beugen Sie das Standbein leicht und heben Sie die Beckenseite des Schwungbeins (Abb. 2)
  • Steigen Sie nun kontrolliert vom Stepper herab (Abb. 3)
  • Das Knie des Standbeins darf dabei nicht nach innen oder außen knicken

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Ausfallschritt

 

Ausgangsposition:

  • Stehen Sie sich in aufrechter Position
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Beine schulterbreit geöffnet sind (Abb. 1)

Übung:

  • Machen Sie mit dem schmerzenden Bein (in der Abbildung das rechte) einen Schritt nach vor (Abb. 2)
  • Beugen Sie das schmerzende Bein und verlagern Sie das Gewicht darauf (Abb. 3)
  • Das Knie darf dabei nicht nach innen oder außen knicken

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Stechschritt

 

Ausgangsposition:

  • Stehen Sie sich in aufrechter Position
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Beine schulterbreit geöffnet sind
  • Das schmerzfreie Bein ist das Standbein (Abb. 1)

Übung:

  • Beugen Sie das Schwungbein und heben Sie die Hüfte bzw. das Becken so weit es geht (Abb. 2)
  • Strecken Sie das angehobene Bein nach vor (Abb. 3)
  • Setzen Sie nun das Vorderbein auf den Boden (Abb. 4)
  • Das Knie darf dabei nicht nach innen oder außen knicken

Intensität:

  • 3 Durchgänge x 10–15 Wiederholungen
  • 1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen

Bandagen und Orthesen von medi

Genumedi PT Kniebandagen von medi

Genumedi PT Kniebandagen von medi

Genumedi PT – Schmerzverminderung durch das Smile-Prinzip: Genumedi PT kann Beschwerden durch vorderen Knieschmerz effektiv reduzieren. Das Smile-Prinzip bekämpft den Schmerzauslöser – und das ganz ohne Nebenwirkungen. Vorderer Knieschmerz entsteht oft durch nicht ausgeglichene innere und äußere Oberschenkelmuskeln. Wenn der Außenmuskel zu Verspannungen oder Verkürzungen neigt, zieht das eine Muskelschwäche an der Innenseite nach sich. Genumedi PT enthält Silikonkissen, die entspannend auf den Triggerpunkt des äußeren Oberschenkelmuskels wirken. Zur selben Zeit aktiviert eine Pelotte den inneren Muskel.

Dadurch kann das Ungleichgewicht beseitigt werden. Ein seitlich verstärkter Silikonring fördert zudem die zentrierte Gleitbewegung der Kniescheibe im Gleitlager.

Auf diese drei Funktionen ist das Smile-Prinzip zurückzuführen. Markiert man Ihre Position auf der Kniebandage, entsteht ein Smileygesicht. Das ist die Absicht von Genumedi PT – wieder ein Lächeln in das Gesicht von Betroffenen zu zaubern.

Erfahren Sie hier mehr über die Genumedi PT Kniebandage.

Der Arzt stellt die Diagnose und entscheidet über die Therapie. Bei Notwendigkeit kann er medizinische Hilfsmittel (z. B. von medi) verordnen. Im medizinischen Fachhandel wird der Patient von geschultem Personal vermessen und erhält sein medizinisches Hilfsmittel für seine individuellen Bedürfnisse.

Hier geht's zur Arztsuche.

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