Rückenschmerzen

Volkskrankheit Nummer eins

Rückenschmerzen ist eine Volkskranheit - Rückenschmerzen ist eine Volkskranheit

Woher kommen Rückenschmerzen und wer ist betroffen?

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Volkskrankheiten und betreffen Männer und Frauen jeden Alters. 
Die Wirbelsäule ist eines der tragenden Elemente im menschlichen Körper. Sie besteht aus 24 Wirbeln, die durch Bandscheiben beweglich miteinander verbunden sind. Das Kreuzbein und schließlich das Steißbein bilden das Ende der Wirbelsäule.

Schmerzen können an allen ihren Abschnitten auftreten, der Hals-, der Brust- und der Lendenwirbelsäule. Ursächlich sind Erkrankungen der Bandscheiben (zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall), der Wirbelgelenke (beispielsweise ihr Verschleiß, die „Facettengelenksarthrose“) oder andere Erkrankungen.
Rückenschmerzen haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten zur Volkskrankheit Nummer Eins entwickelt. Dr. Holger Eggers, Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie vom MedCenter Bayreuth, informiert zum Thema Rückenschmerzen und erklärt die Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung, wenn diese länger anhalten.

Onlinetest: Chronische Rückenschmerzen

Arten von Rückenschmerzen

„Akute“ Rückenschmerzen halten in der Regel bis zu sechs Wochen an. Dauern sie über diesen Zeitraum hinaus bis zu zwölf Wochen an, werden sie als „subakut“ beschrieben. Rückenschmerzen, die auch nach zwölf Wochen bestehen bleiben, sind „chronische Rückenschmerzen “.
Je nachdem, ob eindeutige, körperliche Ursachen und Befunde vorliegen oder keine klaren Ursachen erkennbar sind, unterscheidet man zwischen

  • unspezifischen Rückenschmerzen und
  • spezifischen Rückenschmerzen

Dr. Holger Eggers, Facharzt für Orthopädie vom MedCenter Bayreuth, informiert über spezifische, unspezifische und chronische Rückenschmerzen.

Spezifische Rückenschmerzen

Spezifische Rückenschmerzen

Ist die genaue Ursache für den Schmerz bekannt, geht es um „spezifische Rückenschmerzen“.

Sie entstehen etwa durch Verletzungen, Bandscheibenerkrankung, Entzündungen oder Verschleiß der Wirbelgelenke (die sogenannte „Facettengelenkarthrose“ oder „Facettenarthrose“).

Unspezifische Rückenschmerzen

Unspezifische Rückenschmerzen

Die meisten Fälle sind der Kategorie der unspezifischen Rückenschmerzen zuzuschreiben. Dabei kann der genaue Grund des Schmerzes nicht festgestellt werden.

Dr. Holger Eggers, Facharzt für Orthopädie vom MedCenter Bayreuth, erklärt die Auswirkungen von Fehlhaltungen und zu wenig Bewegung auf den menschlichen Rücken.

Symptome und Beschwerden

Wohl jeder kennt es, dass der Rücken mal „ziept“ oder leicht weh tut. „Ich habe es im Kreuz“ ist ein weit verbreiteter Satz und der Rücken hält täglich vielen Belastungen stand. Langes Sitzen im Büro, eine ungünstige Haltung vor dem Computer, schweres Heben und Tragen oder längeres Bücken bei der Gartenarbeit: Ein bisschen Rückenschmerz gehört für viele einfach dazu.

Halten die Beschwerden länger an, sollten sie ernst genommen werden. Treten Schmerzen bei bestimmten Bewegungen auf? Strahlen die Schmerzen in die Arme oder Beine aus, entsteht ein Taubheitsgefühl? Während beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall ein heftiger Schmerz bestehen kann, der in ein Bein ausstrahlt, wird der Verschleiß der Wirbelgelenke eher als ein dumpfer, tief sitzender Rückenschmerz wahrgenommen. Die genaue Schmerzart und -stärke unterscheidet sich von Patient zu Patient und ist abhängig davon, ob eine akute Verletzung, Muskelerkrankung oder ein Verschleiß der Wirbelsäule besteht. Je nach Krankheitsbild kann es auch zu Schmerzen beim Atmen kommen, wenn zum Beispiel die Brustwirbelsäule betroffen ist. Kopfschmerzen und Schwindel können eine Folge von Schmerzen an der Halswirbelsäule sein.

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen und ihm die Merkmale des Schmerzes zu schildern. Er berät über die therapeutischen Möglichkeiten bei Rückenschmerzen: Die Behandlungsformen reichen vom Tragen einer Bandage oder Orthese über die Einnahme von Medikamenten oder physiotherapeutische Maßnahmen bis hin zu einer Operation. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist regelmäßige Bewegung: Sie stärkt die Muskulatur, stabilisiert die Wirbelsäule und beugt Schmerzen vor.

Die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen

Die Wirbelsäule ist ein komplexes System aus Wirbeln, Bandscheiben, Muskeln und Bändern.1 Wird das Zusammenspiel dieser Strukturen gestört, entstehen Schmerzen. Häufige Gründe sind:

Stress

Stress führt zu Rückenschmerzen

Durch eine überwiegend sitzende berufliche Tätigkeit und mangelnde Bewegung im Alltag können Verspannungen und Rückenschmerzen auftreten, auch wenn keine Erkrankung der Wirbelsäule besteht.

Wussten Sie, dass psychische Belastungen wie Stress am Arbeitsplatz oder im Privatleben bewirken können, dass sich im Körper Spannung aufbaut?

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Bandscheibenvorfall

Zwischen den Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben: Sie wirken wie Stoßdämpfer, halten großen Zug- und Druckbelastungen stand und verhindern ein Aufeinanderreiben der Wirbelkörper. Lässt die Elastizität der Bandscheiben nach, kann ihr Faserring reißen. Dann tritt der Gallertkern aus dem Inneren aus und es entsteht ein Bandscheibenvorfall.

Drückt der Vorfall gegen eine Nervenwurzel, kann es zu ausstrahlenden Schmerzen in Bein oder Arm sowie zu Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit kommen. Auch Schwächen oder Lähmungen von Muskeln können die Folge sein.

Blockierungen

Bandscheibengewebe kann sich durch eine ungünstige Haltung oder schweres Heben verschieben. Es kommt zur Fehlhaltung und Funktionsstörung der Lendenwirbelsäule – auch „Blockierung“ genannt. Diese kann auch die Wirbelgelenke betreffen. Eine Folge davon ist, dass sich die umliegende Muskulatur verspannt und der Betroffene eine schmerzlindernde Schonhaltung einnimmt. Diese Schonhaltung wiederum belastet andere Rückenregionen und der Schmerz kann sich ausdehnen.

Verschleiß

Mit zunehmendem Alter ist die Wirbelsäule von Veränderungen durch Verschleiß (sogenannte „degenerative Veränderungen“), zum Beispiel Arthrose, betroffen. Degenerativ bedeutet, dass der Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden kann. Viele Begleiterscheinungen können aber gut, beispielsweise durch den Einsatz von medizinischen Hilfsmitteln, gelindert werden.

Ein Verschleiß der Bandscheiben führt dazu, dass die Wirbelgelenke vermehrt gegeneinander reiben. Durch diese Überlastung kommt es zum Gelenksverschleiß, der an den Wirbelgelenken (Facettengelenke) Facettengelenksarthrose genannt wird.

Muskuläre Gründe

Die Lendenwirbelsäule wird durch Muskeln stabilisiert. Dabei spielen auch die vorderen und seitlichen Bauchmuskeln eine wichtige Rolle. Eine stabile Rumpfmuskulatur entlastet die Bandscheiben sowie die Wirbelgelenke und schützt die Lendenwirbelsäule vor Überlastungen. Ist die Muskulatur zu schwach oder ungleichmäßig ausgebildet, kann es zu Rückenschmerzen kommen. Einzelne Muskeln können überlastet, verhärtet oder verkürzt sein. Ursächlich sind Fehlhaltungen, mangelnde Bewegung, einseitige sportliche Belastung oder auch Stress.

Fehlstellungen

Die Ursache von Rückenschmerzen kann auch an ganz anderer Stelle liegen, zum Beispiel an den Füßen. Die Füße tragen uns wortwörtlich durch den Alltag, stemmen das gesamte Körpergewicht und halten dabei starken Belastungen stand. Fehlstellungen im Fuß können also ein Grund für Rückenschmerzen sein. Auch unterschiedlich lange Beine können zu einem Beckenschiefstand und so zu Schmerzen führen.

Die gute Nachricht: Viele Rückenbeschwerden klingen innerhalb von wenigen Wochen von selbst ab. Beim unspezifischen Kreuzschmerz helfen vor allem eine Bewegungstherapie und nach Rücksprache mit dem Arzt die Einnahme von Medikamenten. Auch Übungen zur Stärkung der Muskulatur können geeignet sein, zum Beispiel die medi Rückenübungen.

Vorbeugung – Tipps für einen starken Rücken

Jeder kann im Alltag seinen Rücken mit ein paar Tricks entlasten und Schmerzen vorbeugen.

Mit diesen Übungen können Sie gezielt etwas für Ihren Rücken tun.

Diese lassen sich ganz leicht in Ihr tägliches Leben einbauen. Mithilfe eines Physiotherapeuten haben wir ein paar Übungen zur Stärkung Ihres Rückens entwickelt.

Tun Sie Ihrem Rücken etwas Gutes!

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  • Regelmäßig trainieren: Schon drei moderate Trainingseinheiten à 45 Minuten pro Woche steigern das Wohlbefinden, stärken das Immunsystem und mobilisieren den Körper. Sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Walken sind besonders gelenksschonend.
  • Gesund ernähren: Eine ausgewogene Ernährung hält fit und trägt dazu bei, Übergewicht zu verringern und den Rücken zu entlasten.
  • Schonend heben: Beim Heben von Gegenständen sollte man in die Hocke gehen und die Beinmuskulatur belasten, anstatt „aus dem Kreuz heraus“ zu heben.
  • Richtig tragen: Schwere Gegenstände werden am besten nahe am Körper getragen. Das einseitige Belasten eines Armes sollte vermieden werden.
  • Aktiv bleiben: Gerade wer täglich lange am Schreibtisch sitzt, sollte jede Gelegenheit zur Bewegung nutzen – zum Beispiel die Treppe nehmen statt des Lifts, hin und wieder im Stehen telefonieren oder in der Mittagspause spazieren gehen.

Ergonomischer Arbeitsplatz

Rückenschmerzen kommen oft am Arbeitsplatz vor. Langes Sitzen oder eine ungünstige Körperhaltung können Muskeln sowie Gelenke belasten und Schmerzen verursachen. Das trifft besonders bei Tätigkeiten mit häufigem Beugen, Heben oder Tragen von schweren Lasten auf.

Entdecken Sie hilfreiche Tipps und Tricks von medi für einen starken Rücken im Berufsalltag hier.

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Therapie bei Rückenbeschwerden

Rückenschmerzen können auf verschiedene Weise therapiert werden. Der behandelnde Arzt entscheidet, ob eine nicht-operative (sogenannte konservative) Therapie möglich ist oder ob in schweren Fällen operiert werden sollte.

Hilfsmittel

Welche medizinischen Hilfsmittel gibt es und worin unterscheiden sich Hilfsmittel zur Therapie von Rückenschmerzen?

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Physiotherapie und Massagen

Physiotherapie und Massagen

Während einer physiotherapeutischen Behandlung werden unter Anleitung spezielle Rückenübungen durchgeführt. Sie können die Wirbelsäule mobilisieren, Verspannungen abbauen und die Rumpfmuskulatur stärken. Auch Massagen, Ultraschallbehandlungen oder eine Elektrotherapie können die Heilung unterstützen und Schmerzen lindern.

Der Arzt entscheidet, welches Training sich für den Patienten am besten anbietet. Für viele Betroffene eignen sich die Physio-Übungen von medi sehr gut. Sie helfen zum Beispiel dabei, die Wirbelsäule zu stärken und Schmerzen zu reduzieren.

Medikamente und Salben

Medikamente und Salben

Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente oder Salben können kurzfristig zur Schmerzlinderung beitragen. Das vermeidet eine unangenehme Schonhaltung. Vor der Einnahme von Tabletten sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Übungen bei Rückenschmerzen

Starke Muskeln um die Wirbelsäule schützen diese vor Verschleiß, Muskelverspannungen und Schmerzen. Mit regelmäßiger Bewegung im Rahmen einer Rückenschule, einer speziellen Wirbelsäulengymnastik sowie durch sanfte Sportarten wie Schwimmen oder Walking, kann Rückenschmerzen entgegengewirkt werden.

Mit den Rückenübungen von medi liegt ein Trainingskonzept vor, das jeder einfach zu Hause in nur 20 Minuten absolvieren kann. Das Programm, welches aus Stärkungs- und Dehnübungen besteht, sollte zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden. Fragen Sie vorher Ihren Arzt, ob die Übungen für Sie geeignet sind.

Stärkungsübungen

Dehnungsübungen

Bandagen und Orthesen für den Rücken

Bandagen und Orthesen sind medizinische Hilfsmittel, die speziell für die Therapie von Muskel-, Sehnen-, Gelenks- und Rückenschmerzen entwickelt wurden. Sie passen sich den anatomischen Gegebenheiten des Körpers ideal an, können Schmerzen lindern und weiters zur Mobilität beitragen.

Abhängig von der Art der Erkrankung kommen verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz. Bandagen für den unteren Rücken können stabilisieren und die Lendenwirbelsäule entlasten.

Stabilere Bandagen, sogenannte Orthesen, können die Wirbelsäule aufrichten und noch intensiver entlasten und stützen. Diese Hilfsmittel können körperliche Einschränkungen ausgleichen und so mehr Aktivität und Lebensqualität ermöglichen.

Outfit-Ideen mit Orthese

Produkte von medi

Das Bandagen- und Orthesen-Sortiment von medi bietet für viele verschiedene Erkrankungen die passenden Hilfsmittel. Die Produkte überzeugen durch einen angenehmen Tragkomfort, bestehen aus hautfreundlichen und atmungsaktiven Materialien und sind in einem breiten Größenspektrum erhältlich – so findet jeder eine für ihn geeignete Bandage oder Orthese. Durch clevere Details wie praktische Handschlaufen oder besonders weiche Abschlussränder sind alle Hilfsmittel leicht zu handhaben und schneiden auch bei längerem Tragen nicht ein.

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Quellen

1 Klein, Dr. med. Christoph (2014): Orthopädie für Patienten. Medizin verstehen. Remagen: Verlag Michels-Klein, S. 277.
2 Das Wort „myofaszial“ besteht aus „myo“ für Muskeln und „faszial“ für Faszien. Als Faszien bezeichnen Mediziner Strukturen aus Bindegewebe, welche die Muskeln und Organe umgeben.
3 Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) www.dgom.info/fuer-patienten/methoden-der-osteopathie.html

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