Venenerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Venenerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Venenerkrankungen.

Informationen zu Venenleiden

Venenerkrankungen sind in der Bevölkerung sehr verbreitet. Ein erstes Zeichen für ein beginnendes Venenleiden können schmerzfreie optische Auffälligkeiten an Ihren Beinen sein, wie zum Beispiel Besenreiser. Wenn man nichts dagegen unternimmt, kann sich daraus ein Venenleiden entwickeln. Wenn Krampfadern entstehen, wird das in der Medizin als Varikose oder Krampfaderleiden bezeichnet.

In Österreich leidet ein bedeutender Anteil der Bevölkerung an chronischen Venenerkrankungen. Bei vielen Menschen ist das auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen, allerdings können auch Aspekte wie Bewegungsmangel, Korpulenz und zu viel Sitzen oder Stehen die Ursache sein.

Eine Venenschwäche kann sich durch Symptome wie bleierne, kraftlose oder kribbelnde Beine oder angeschwollene Knöchel äußern. Werden diese Anzeichen allerdings frühzeitig erkannt und die richtigen Maßnahmen ergriffen, kann man einem Venenleiden erfolgreich entgegenwirken

Das Venensystem

Arterien verteilen sauerstoffreiches Blut aus dem Herzen im ganzen Organismus. Das verbrauchte Blut fließt über die Venen wieder ins Herz zurück. Dazu müssen diese es gegen die Schwerkraft nach oben pumpen. Dieser Prozess benötigt Unterstützung durch die Beinmuskeln (auch Wadenmuskelpumpe genannt) und die Venenklappen. Sie funktionieren wie Rückschlagventile, die das Blut nicht wieder nach unten fließen lassen. Wenn die Leistung des Venensystems nachlässt, kommt es zu einem Blutstau in den Beinen.

Venenerkrankungen: Unterschiedliche Formen

Chronische Venenerkrankungen:

Besenreiser:
Dabei handelt es sich um auffällige kleine Venen direkt in der Oberhaut, die netz- bzw. fächerförmig zu erkennen sind.

Krampfadern: 
Krampfadern, auch Varizen genannt, sind erhabene knotig-erweiterte Venen unter der Hautoberfläche, die blau und verschlungen durchscheinen.

Venenschwäche: 
Die chronische Veneninsuffizienz (CVI) ist eine Krankheit, bei der die Venenfunktion permanent beeinträchtigt ist. Sie betrifft vorwiegend die Beinvenen und ist durch geschwollene Beine und eine verfärbte Haut erkennbar.



Akute Venenleiden:

Venenentzündung: 
Im Zuge von Krampfadern in den Beinen kann es auch zu einer Venenentzündung (der sogenannten Phlebitis) kommen. Dabei sind die Beine stark gerötet, geschwollen und fühlen sich sehr warm an. Außerdem schmerzen die betroffenen Venen.

Thrombose: 
Eine Thrombose der tiefen Beinvenen wird von einer Verstopfung durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) hervorgerufen. Dadurch wird der Blutfluss gestoppt oder behindert. Anzeichen für Venenthrombosen sind geschwollene, schmerzende Beine und eine rot oder blau verfärbte Haut. Im Anfangsstadium gibt es kaum ausgeprägte Beschwerden, weshalb sie oft nicht gleich diagnostiziert wird, was wiederum weitere Erkrankungen bewirken kann.

Ursachen für Venenerkrankungen

Wenn die Venenklappen im Alter oder hormonell bedingt (bei Schwangerschaften) nicht mehr so gut funktionieren, kann Blut in die Venen zurückfließen und sich dort stauen. Durch die zusätzliche Blutmenge erweitern sich die Wände der Venen und verlieren an Spannung. In der Folge bilden sich Besenreiser, Krampfadern und schließlich chronische Geschwüre im Unterschenkel (ein „offenes Bein“).

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren werden in der Fachwelt nach ihrer Beeinflussbarkeit eingeteilt in:

Nicht beeinflussbare Faktoren (u. a.):

  • Höheres Alter
  • Genetische Veranlagung
  • Geschlecht 
    (Risiko ist bei Frauen höher)
  • Hormone 
    (z.B. Schwangerschaft)

Beeinflussbare Faktoren (u. a.):

  • Zu wenig Bewegung 
    (viel Stehen oder Sitzen in der Arbeit)
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Übermäßige Wärme
  • Einengende Kleidung und hochhackige Schuhe

Symptome zur Erkennung von Venenleiden

Für Krampfadern (Varizen) oder ähnliche Erkrankungen gibt es frühe Indikatoren, noch bevor diese mit dem Auge zu erkennen sind. Dazu zählen schwere, angespannte oder erschöpfte Beine, ein Kribbelgefühl, Schmerzen und Schwellungen durch Wassereinlagerungen. Dadurch kommt es zu „dicken Beinen“ oder „angeschwollenen Knöcheln“.

Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren, damit dieser rechtzeitig eine Therapie verordnen kann.

Messen Sie die Funktion Ihrer Venen – rasch, einfach und ohne Schmerzen

Die Venenmessung erfolgt im Sitzen. Kleine Messsonden werden zehn Zentimeter über Ihrem Knöchel an der Unterschenkelinnenseite befestigt. Dann werden Sie aufgefordert mit den Füßen zu wippen, um die Muskelpumpe in Gang zu setzen. Das Venenblut wird dadurch in die Höhe gepumpt und die Venen geleert. Die Messsonden ermitteln, wie lange es dauert, bis die Venen wieder mit Blut gefüllt sind. Der Standardwert beträgt rund 25 Sekunden, bei einer schnelleren Auffüllzeit könnte eine Venenschwäche gegeben sein. Eine solche Funktionsmessung für die Venen wird vom Fachhandel angeboten, wo sie als Licht-Reflexions-Rheographie (LRR-Messung) bezeichnet wird.

Stadien chronischer Venenerkrankungen – die CEAP-Klassifikation

Bei der Definition des Schweregrads chronischer Venenerkrankungen wenden Fachärzte die CEAP_Klassifikation1 von C0 (keine Symptome) bis C6 (schwerste Ausprägung) an:

Stadium

C 0
C 1
C 2
C 3
C 4a
C 4b
C 5
C 6 

Veränderungen

Keine sichtbaren Zeichen eines Venenleidens
Besenreiser, retikuläre Venen und Teleangiektasien
Varikose ohne klinische Zeichen einer chronisch-venösen Insuffizienz
Varikose mit Ödem
Varikose mit trophischen Hautveränderungen unterteilt in:
Pigmentierung oder Ekzem
Lipodermatosklerose oder Athrophie blanche
Varikose mit abgeheiltem Ulcus cruris
Varikose mit floridem Ulcus cruris

Eine Venenerkrankung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei Krampfadern handelt es sich nicht nur um ein ästhetisches Problem, da sie ohne Behandlung zu ernstzunehmenden Krankheiten führen können. Eine angemessene Behandlung kann die Beschwerden lindern und die Progression der Erkrankung bremsen.

Prophylaxe bei Venenerkrankungen: Was man tun kann

„Lieber laufen und liegen – statt sitzen und stehen.“ So lautet ein bekannter Merksatz für Venenpatienten. Wer sich viel bewegt, sorgt für die Elastizität und Gesundheit seiner Venen. Wenn man die Beinmuskeln immer wieder anspannt und wieder entspannt, kann das Blut besser fließen. Es gibt auch eigene Gymnastikübungen, die die Venen bei ihrer Arbeit unterstützen. Wechselduschen tun Ihren Beinen ebenfalls sehr gut.

Mit einer Venenschwäche sollte man versuchen, die oben erwähnten „beinflussbaren Faktoren“ zum Positiven zu ändern– sich also gesund ernähren, überflüssige Kilos loswerden, körperlich aktiv sein (z. B. viel zu Fuß gehen, schwimmen, radeln) und möglichst wenig Alkohol konsumieren.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit hohe Absätze und tragen Sie lieber flache Schuhe. In Stöckelschuhen werden die Fußmuskeln wenig betätigt und so wird die Funktion der Muskelpumpe beeinträchtigt. Bei flachen Absätzen rollt sich der Fuß optimal ab, und die Venen werden durch die Muskelaktivität unterstützt. 

Therapie bei chronischen Venenerkrankungen

Es ist zwar nicht möglich, eine Venenerkrankung zu heilen, mit der passenden Therapie kann man sie aber gut in den Griff bekommen. Auch wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist, gibt es viele Möglichkeiten zur Behandlung. Konsultieren Sie dazu Ihren Arzt. 

Bei Bedarf werden Sie von Ihrem Hausarzt an einen Facharzt für Venenleiden (Phlebologe) überwiesen. Der Facharzt untersucht Sie gründlich durch Inspektion und Palpation (durch Ansehen oder Tasten), nimmt die Anamnese (Vorgeschichte der Krankheit) auf und kommt so zur passenden Diagnose. Dabei werden häufig bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung angewandt. Aufgrund des Schweregrads der Patientendaten kann der Arzt eine angemessene Behandlungsmethode verordnen.  Nebenbei gesagt: Die Untersuchung bereitet keine Schmerzen und birgt keine Risiken!

Therapiert werden Venenleiden meist mit Kompressionsbehandlungen oder chirurgischen Eingriffen:

  • Durch das konsequente Tragen von medizinischer Kompressionsversorgung wird die Funktion der Venen unterstützt, die Belastung der Beine vermindert und die Schmerzen reduziert. Mit Kompressionsstrümpfen wird das Absacken des Bluts in die Beine vermieden. Da der Druck über den Knöcheln am stärksten ist und bis zu den Oberschenkeln weniger wird, kann das Blut leichter zum Herzen transportiert werden.
  • Krampfadern können auf verschiedene Weise entfernt werden, teilweise auch mit minimal-invasiven Eingriffen. Am verbreitetsten sind Venenstripping und Veröden (Sklerosierungstherapie). Nach solchen Verfahren ist es ratsam, regelmäßig medizinische Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Es ist also auf jeden Fall zu empfehlen, mit dem konsequenten Tragen von Kompressionsstrümpfen anzufangen. Indem die Strümpfe von außen auf das Bein drücken, wird die Muskelfunktion unterstützt. Wenn man sich nicht bewegt, sind die Muskeln entspannt. Bei körperlicher Aktivität, werden die Muskeln angespannt und dabei die Venen zusammengedrückt, wodurch die Venenklappen dichter schließen. Als Folge wird das Blut direkt zum Herzen transportiert und Schmerzen, Spannungen und Schwellungen gehen zurück. Der Sanitätshandel bietet trendige Strumpfmodelle in zahlreichen Farbvariationen, die Ihre Körperkonturen auf sanfte Weise in Form bringen und die Venenerkrankung unsichtbar machen. 

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Die dehnbaren und atmungsaktiven Kompressionsstrümpfe für Männer und Frauen sind sehr komfortabel und optisch ansprechend: Sie wirken wie herkömmliche Feinstrümpfe bzw. Kniestrümpfe für Herren. Ihre zusätzliche Funktion als Venenstütze ist nicht zu erkennen.

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Nachdem der Arzt eine Diagnose gestellt hat, kann er die entsprechende Therapie anordnen. Bei Bedarf wird er Kompressionsstrümpfe verschreiben. Das Fachpersonal in den Fachgeschäften für Medizinprodukte ist dafür ausgebildet, die Patienten genau zu vermessen, um sie mit individuell angepasster medizinischer Kompression versorgen zu können.

Geeignete Ärzte finden Sie in der Arztsuche der österreichischen Ärztekammer.

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